Flache Organisationen durch Hierarchieabbau und Dezentralisierung, durch strukturelle Veränderungen sowie eine dezentrale Ressourcen- und Ergebnisverantwortung sind neue Steuerungsinstrumente in der öffentlichen Verwaltung. Bei solchen und weiteren Maßnahmen und Instrumenten, die im Rahmen des New Public Management implementiert werden, ist eine Analogie zum Lean Management des privaten Sektors festzustellen. Prinzipiell geht es darum den Komplexitäts- und Bürokratisierungsgrad öffentlicher Aufgabenwahrnehmung zu minimieren. Gleichzeitig ermöglicht die Gestaltung organisatorisch abgegrenzter Einheiten, im Sinne von Verantwortungszentren, die Transparenz und Zuordnung von Kosten und Leistungen und schließlich ihre systematische Steuerung. Durch den Einsatz des Lean Managements im öffentlichen Sektor will man auf Basis flacher Organisationsstrukturen eine Steigerung der Leistungsfähigkeit und Kundenzufriedenheit erreichen.. Die Grundsätze des Lean Management lassen sich wie folgt zusammenfassen: · Abbau von Überkomplexität und Entwicklung schlanker Organisation durch Teamarbeit, flache Hierarchie, Reduzierung von Schnittstellen· Schaffung von handlungsfähigen, zielgerichteten und zugleich transparenten Einheiten innerhalb von Großorganisationen (Ergebniszentren = ‘Profit- oder Cost-Centern’)
· Bewusste Entscheidung über Eigenerstellung, Fremdbezug oder Kooperation bei Produkten und Leistungen (Fertigungstiefe = ‘Make or Buy’)
· Unterstützende Anstrengungen im Bereich der Mitarbeiterführung, -motivation und -entlohnung (Personalentwicklung = ‘Human Ressource Development’)
In der klassischen Bürokratie gab es eine Trennung zwischen der Verantwortung des Ressourceneinsatzes und der Leistungsverantwortung, indem zentrale Ämter Geld, Sachmittel und Personal an die Fachbereiche zugeteilt haben. Diese Methode der Mittelzuteilung wird heute allerdings als die zentrale Ursache ‘organisierter Unverantwortlichkeit’ gesehen. Um diesem Problem entgegen zu wirken, wird im Zuge des Reformprozesses die Dezentralisierung der Organisationsstrukturen angestrebt, damit die entstehenden Einheiten eine weit reichende Autonomie mit eigenen Führungs- und Entscheidungsstrukturen aufbauen können. Die daraus hervorgehende Übertragung der Ressourcenverantwortung auf die einzelnen Organisationseinheiten, hinsichtlich des zweckentsprechenden Ressourceneinsatzes (z. B. Ressourcen wieGeld, Stellen, Personal, Sachmittel), resultiert in einer Autonomie der Verwaltungseinheiten, in der die Fachbereiche erst ihre Kunden- und Marktorientierung entwickeln können. Deshalb will man eine dezentrale Ressourcenverantwortung fördern, mit der die Kongruenz von Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung sowie des Subsidiaritätsprinzips einhergeht.
Autor: Bobo -
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Im Rahmen des Reformprozesses im öffentlichen Sektor ergab sich die Notwendigkeit die Beziehung zwischen der Politik und des Verwaltungswesens umzugestalten, indem die Verantwortungsbereiche beider Instanzen neu definiert wurden. Der Auslöser für die Neuausrichtung war zum einen die Kompetenzüberschneidung zwischen Politik und Verwaltung und zum anderen die Verantwortungsvermischung. Beispielsweise können die politischen Organe nur indirekt das Verwaltungshandeln kontrollieren, indem sie den Verwaltungen die Finanzmittel zentral zuweisen.
Auf Basis gesetzlicher Vorgaben und politischer Entscheidungen definieren die Verwaltungseinheiten die konkreten Ziele und Inhalte ihrer Aktivitäten selbst. Für die Verwaltungen ergibt sich somit die Gelegenheit ihr eigenes Expansions- bzw. Perfektionsstreben zu verfolgen, was aber nicht unbedingt der politischen Zielsetzung entspricht und so einen effektiven Ressourceneinsatz verhindert. Günther Verheugen der Vizepräsident der Europäischen Kommission, der als EU-Kommissar zuständig für Unternehmen und Industrie ist, prangerte aus diesem Grund im Herbst letzten Jahres in den öffentlichen Medien einen Machtkampf zwischen den Kommissaren und hohen Beamten an. Anscheinend sehen die Beamten in dem Kommissar lediglich einen ‘zeitweiligen Hausbesetzer’, dessen Zeit bereits nach fünf Jahren abgelaufen ist, wohingegen die Beamten bis zur Rente ihre Stellung behalten. Daher stellt sich hier die Frage ob der Apparat die Politik leitet oder die Politik den Apparat.
Auch neigen politische Gremien dazu in das operative Tagesgeschäft des Verwaltungswesens einzugreifen, statt sich auf Leitungs- und Kontrollaufgaben zu konzentrieren. Das NPM-Konzept sieht deshalb vor, die Aufgabe der politischen Zielsetzung und die Aufgabe der administrativen Zielerreichung besser zu unterscheiden und organisatorisch stärker voneinander zu trennen. In diesem Zusammenhang sollen die Parlamente und politischen Gremien für das ‘Was’, also die strategischen Ziele (strategische Führung) verantwortlich sein, wohingegen die Verwaltung das ‘Wie’, also die Ausführung (operative Führung) der strategischen Zielsetzung, bestimmt. Folglich sollen Politiker die richtigen Dinge (politisch) in die Wege leiten und Verwaltungs-Manager sollen diese Dinge (rechtlich und ökonomisch) richtig umsetzen. Die Politik setzt also durch das Parlament die Ziele und die damit verbundenen Leistungskataloge bzw. Produktkataloge mittel- bis langfristig hinsichtlich Menge, Qualität, Kosten und Zielgruppe fest und behält sich das Recht vor laufend den Erfüllungsgrad des Leistungsauftrages zu kontrollieren. Die Aufgabe des Verwaltungswesens besteht nun darin eigenverantwortlich die Produktion des Leistungsauftrages bzw. die definierten Produkte bereit zu stellen.
Autor: Bobo -
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